Hund und Kind

Über das friedliche Zusammenleben mit Baby und Hund...

 

Man erlebt es immer wieder: Ein Hund sucht ein neues Zuhause, da die Zweibeiner eigenen Nachwuchs erwarten. Und schon geht die Diskussion los. Auf der einen Seite schreien Leute "Wie kann man nur?" Auf der anderen kommen unterstützende Worte, da Hunde für Babys hygienisch eine Gefahr darstellen und den Zwerg ohnehin als Beute ansehen würden. Was ist wahr?

 

Damit alles friedlich ablaufen kann ist natürlich Voraus-setzung, dass der Hund überhaupt erstmal generell friedlich ist. Einen Hund, der gerne mal "schnappt", weil er an bestimmten Körperstellen nicht angefasst werden möchte, kann man niemals auch nur eine Sekunde mit Baby aus den Augen lassen. Da stellt sich dann die Frage, ob das im Alltag überhaupt zu managen ist. Das Baby liegt im Wohnzimmer auf der Krabbeldecke, es klingelt, der Hund muss mit zur Tür. Ein Paket wird geliefert, der Bote kramt nach seinem Gerät für die Unterschrift, der Hund rennt ins Wohnzimmer, Sie rennen hinterher... Das ist nur eine Situation von vielen, die entstehen kann und stressig wird. Nun mag man denken, dass das doch nicht soooo wild ist. Kinder sind generell aber schon anstrengend. Wenn man dann den Hund noch penetrant im Auge haben muss, dann summiert sich das Ganze enorm. In so einem Fall ist es für alle Beteiligten besser, wenn der Hund in einen Haushalt ohne Kinder kommt. Natürlich ist es schade für das Tier. Nur was wäre, wenn der Hund das Kind wirklich ernsthaft verletzt? Auch ein kleiner Hund kann einen Säugling oder Kleinkind mit einem Biss ins Gesicht ernsthaft verletzen oder gar töten!

Ebenfalls tut sich niemand einen Gefallen, wenn der Hund beispielsweise nicht alleine bleiben kann. Mit einem Baby muss man, gerade in der ersten Zeit, ständig zum Arzt. Dann will man evtl. noch zum Babyschwimmen. Wohin dann mit dem Hund? Kann ihn auch spontan jemand nehmen, wenn das Kind plötzlich zum Arzt muss? Bei aller Tierliebe: Man muss auch allem gerecht werden können!

 

Ist der Hund geduldig und kann auch mal alleine sein, kann er selbstverständlich bleiben! Dann ist da der hygienische Aspekt. Hunde übertragen Würmer, Krankheiten und sind eh dreckig... Falsch! Ein ge- sunder, erwachsener Hund hat eine gewisse Immunität gegen Würmer, sofern er regelmäßig entwurmt wurde. Bei Welpen sollte man da etwas vorsichtiger sein. Auch Krankheiten werden von einem gesunden Hund keine auf das Baby übertragen. Ganz im Gegenteil: Schon lange ist die antibiotische Wirkung von Hundespeichel bekannt. Ein Kind kann kaum gesünder ein Immunsystem aufbauen als durch den Kontakt mit Hunde-sabber. Natürlich sollte man Hunde, die gerade auf einer frisch gedüngten Wiese lagen nicht unbedingt zum Baby ins Bett legen - das steht außer Frage! Ebenfalls sollte der Hund lieber in kürzeren Intervallen als sonst entwurmt werden und evtl. auch mal öfters gebadet werden. Wenn das beachtet wird, stellen Hunde hygienisch absolut keine Gefahr für das Kind dar - eher im Gegenteil! Babys müssen mit Viren, Keimen und Bakterien in Kontakt kommen, damit das Immunsystem diese kennenlernt und sich gegen sie zu wehren weiß. Nur so werden Allergien weitestgehend verhindert.

 

Dann wäre da noch der Punkt der Sicherheit. Dabei sollte man sich immer vor Augen halten, dass Hunde selbstdenkende Tiere sind und auch in einem Chihuahua ein Jäger steckt. Auch der liebste Hund kann plötzlich zupacken. Von daher gilt, Kind und Hund niemals unbeaufsichtigt lassen! Im Alter von wenigen Monaten fangen Babys an nach allem zu greifen. Auch in diesen kleinen Händen steckt genug Kraft, damit das mal weh tun kann. Es gilt also nicht nur darauf zu achten, dass das Kind durch den Hund nicht verletzt wird, sondern auch andersrum. Auch der liebste Hund wird irgendwann die Nase von dem kleinen Zweibeiner voll haben, wenn dieser ihm permanent Schmerzen hinzufügt. Natürlich lässt sich das nicht zu 100% vermeiden. Sie müssen dem Hund dann aber helfen und (vorrausgesetzt, er ließ das brav über sich ergehen): LOBEN! Natürlich muss das Kind auch so früh wie möglich lernen, dass der Hund nicht gekniffen werden darf, dass die Rute nicht zum Festhalten des Hundes gedacht ist und dass der Hund auch "Aua" haben kann.

 

Unter Beachtung einiger Dinge können Hund und Kind tolle Freunde werden und das Leben des anderen bereichnern!

 

 

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