Meine Hunde

Das sind die "Zwölf Pfoten"

Piwi Lilou Gucci

 

 

 

 

Von links nach rechts: Piwi, Lilou und Gucci

 

 

 

 

 

 

 

 

PIWI

Piwi

Piwi wurde am 02.05.2008 geboren und zog am 03.07.2008 bei mir ein. Sie ist ein typischer Jack-Russel: Voller Power und absolut lernwillig. Mit drei Monaten konnte sie neben den Gundkommandos schon auf Kommando bellen, eine Rolle machen, knurren, apportieren und Pfoten geben. Die kleine Terrier-Dame ist ein absolut unkomplizierter Zeitgenosse und für jeden Spaß zu haben.

Piwi ist sehr ausgeglichen und angenehm. Sie hört sehr gut und fällt nie auf, kuschelt gerne und versucht es einem recht zu machen. Ein kleiner Traumhund!!

 

LILOU

 

Lilou

Am 22.08.2008 kam Jack-Russel-Spitz-Mix Lilou dazu. Sie wurde am 30.06.2008 geboren und ich kenne keinen Hund, der so freundlich ist. Ich habe Lilou selbst anderen Hunden gegenüber noch nie böse oder gar aggressiv gesehen. Allerdings lernt sie schlecht. Über die Grundkommandos bin ich bei ihr nie hinausgekommen und selbst das war schon ein Akt für sich. Aber: Sie ist alles andere als dumm! Lilou erkennt logische Zusammenhänge wie kaum ein anderer Hund. Wenn ich was aus dem Wohnzimmerfenster werfe weiß sie, dass sie zurück durch den Flur, über die Terrasse in den Garten muss, um es zu holen. Für einen Hund ist das komplexes Denken! Zudem leidet der 5,5kg-leichte Hund unter Magnetismus: Rutscht man ein Stück von ihr weg, rutscht sie gleich hinterher. Sie sucht extrem viel Körpernähe und ist quasi wie mein zweiter Schatten.

 

 

GUCCI

 

Die Deutsche Dogge Gucci komplettierte am 27.02.2009 das Trio. Sie wurde am 06.04.2007 geboren-ihre Vorbesitzer hatten aus familiären Gründen keine Zeit mehr für sie. Die Hündin leidet an Epilepsie und ist Allergiker - beides haben wir aber zum Glück ohne Medikamente in den Griff bekommen. Sie hat bei uns erst die Grundkommandos und schwimmen gelernt - der Hund ging unter wie ein Backstein! Mit ihr haben wir sowieso schon so einiges durch:

 

Gucci

Am 08.11.2009 hat sie ihre eigene Masse von schlappen 57kg (mal wieder) unterschätzt und ist gegen einen Eisenpfosten gerannt. Sie wirkte benommen und hatte Nasenbluten - also ging es ab zum Tierarzt. Die Tierärztin hat sich den Kopf angesehen und sagte nur: "Oh, das hätte ich jetzt aber nicht gedacht!" Mir war die Delle in der Hektik garnicht aufgefallen aber das Röntgenbild bestätigte es: Schädelfraktur. Glück im Unglück war, dass "nur" die Region der Stirnhöhle betroffen war. Dort sammelte sich Blut und lief über die Nase ab. Es gab Blutstiller, Cortison und Schmerzmittel, die Anweisung aufzupassen, dass sie sich ja nicht stößt und die Telefonnummer der nächsten Klinik zu der wir SOFORT fahren sollten, sobald sie sich komisch benimmt. Das wäre ein Zeichen dafür, dass das Hirn anschwillt und muss möglichst schnell operativ versorgt werden. Das Nasenbluten hielt fast 48 Stunden an - mehr Blutstiller durfte ihr aber nicht gespritzt werden. Wir haben in der Wohnung jede Ecke und Kante mit Zewa und Paketband gepolstert, um jede Laterne einen großen Bogen gemacht und den Hund behandelt wie ein rohes Ei. Gucci ist... ich nenne es mal etwas paddelig. Sie stößt sich gerne mal... Sie hat sich aber nicht wieder gestoßen, der Bruch ist ohne Probleme abgeheilt - die Delle ist geblieben.

 

Am 01.01.2010 hat sie bei einem epileptischen Anfall ihre Zunge verschluckt. Als mein Mann mit dem Arm halb im Hund hing, um die Zunge wieder hoch zu holen kam es wie es kommen musste: Sie packte zu! Natürlich konnte sie da nichts für, bei einem epileptischen Anfall hat ein Hund (ebenso wie ein Mensch) keine Kontrolle über die eigenen Muskeln. Also habe ich die Zunge hochgeholt - wäre der Fang nochmal zugegangen, wäre mein halber Arm vermutlich weg gewesen. Ich habe zum Glück erst hinterher darüber nachgedacht, mit welcher Leichtigkeit sie ein Kalbsbrustbein wegknackt. In dem Moment hatte ich aber mehr Angst, dass meine Dicke erstickt als um meinen Arm.

 

Am 12.02.2012 habe ich Gucci morgens nach Hochmoor gebracht, da ich den Verdacht einer Magendrehung hatte. Röntgenaufnahmen bestätigten dies, ich lies sie sofort operieren. Drei Stunden nach der OP erhielt ich den traurigen Anruf aus der Klinik, dass Gucci es nicht geschafft hat. Ihr Kreislauf war zusammengebrochen und die Ärzte haben es nicht geschafft, sie wieder zu holen. Run free, Dicke....

 

ANOUK

 

Am 19.05.2012 zog der Saarloos Wolfhund Anouk bei mir ein. Der am 31.12.2002 geborene Rüde lebte zwei Monate bei der Vorbesitzerin und wurde wegen Aggressionen abgegeben. Zuvor war er acht Jahre in einem anderen Zuhause, in dem er unauffällig war.

Hier führe ich nun ein kleines Tagebuch:

15.05.2012: Auf Facebook sehe ich zufällig den Post, dass Anouk dringend ein neues Zuhause sucht. Im Normalfall überlese ich sowas, in dem Fall hab ich es gelesen und bevor ich klar denken konnte, war die E-Mail schon verschickt. Er schien einfach perfekt zu uns zu passen...

Anouk

19.05.2012: Ich bin mit Piwi und Lilou nach Dortmund gefahren, damit wir uns Nunu (so wird Anouk fast ausschließlich genannt) mal ansehen. Meine Information war, dass er häufiger geschnappt hat. Da die Besitzein in einer Familie mit Kind wohnte stand zur Diskussion, dass Nunu eingeschläfert wird. Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte ich noch eine Woche gewartet, um das Pfingswochenende zur Eingewöhnung nutzen zu können. Dort angekommen gingen wir erstmal mit den drei Hunden spazieren. Die drei zeigten kaum Interesse aneinander, also ging es nach einer Runde in die Wohnung. Dort legte Nunu sich in eine Ecke und war erstmal weg. Nach einiger Zeit nahm ich etwas Futter und ließ alle drei vor mir sitzen, um dies mit Futter zu bestätigen. Keiner der drei wurde futterneidisch. In dem Moment fiel meine Entscheidung: Ich nehme ihn mit. Das war auch schon das erste Problem: Nunu wollte nicht einsteigen. Zwang bringt bei einem ängsltichen Hund nichts, zudem sollte er Vertrauen zu mir fassen und das geht nicht über Zwang oder gar Gewalt. So hielt ich einfach die Leine und ließ ihm nur zwei Möglichkeiten: Dumm rumstehen oder einsteigen. Nach fast 20 Minuten stieg er urplötzlich ein. So ging es ab nach Epe. Zuhause ging ich an der Leine einmal mit ihm durch die Wohnung und den Garten, dann wurde geschlafen - es war bereits nach Mitternacht.

20.05.2012: Die Nacht verlief ohne Zwischenfall, als ich wach war ging es erstmal in den Garten. Nunu kam sehr zögerlich und mit gebührendem Abstand hinterher. Ich habe ihn zwar angesprochen, aber keinerlei Versuche gestartet ihn anzufassen. Er kam aber auch problemlos wieder mit rein, wenn auch unter Einhaltung eines Sicherheitsabstandes. Im Wohnzimmer hatte er sich eine Ecke ausgesucht, mit der ich auch einverstanden war, dort legte ich ihm eine Decke hin. Er lag den ganzen Tag nur in dieser Ecke und kam halt mit, wenn es raus ging. Spazieren wollte ich erstmal nicht mit ihm. Er soll gerade mit dem Anleinen Probleme gehabt haben, das wollte ich ihm ersparen, bis er mir vertraut. Zudem bekam er in Dortmund Bachblüten zur Beruhigung - die hatte ich abgesetzt und wollte sehen, wie sich sein Verhalten ändert. Abends habe ich mich einfach mal auf den Boden gesetzt, meine Hand ausgestreckt, zur Seite geschaut und ihn gerufen. Er kam und ließ sich anfassen. Dann musste es natürlich mal was zu fressen geben. Er ist Allergiker und verträgt nur wenige Futtersorten, einen Rest hatte ich davon mitbekommen. So nahm ich was davon und bot es ihm an: Aus meiner Hand. Sehr zögerlich fraß er ein wenig. Kein Hund verhungert so schnell, so beließ ich es dabei.

21.05.2012: Ich musste arbeiten und hatte ein wenig Bauchschmerzen dabei, dass ich die drei schon alleine lassen musste. Die ganze Aktion war nun sehr spontan und die Auftragslage im Büro hätte Urlaub auch nicht zugelassen: Da mussten wir durch... So weckte mich mein Wecker etwas früher als gewöhnlich, ich stellte mich darauf ein, dass Nunu nicht rein kommt oder dergleichen. Wie ich wach wurde kam Nunu an, die Rute wedelte und er leckte vorsichtig meine Hand. Ich ging langsam mit der Hand zu seinem Kopf und streichelte ihn. Daraufhin legte er seinen Kopf auf meinen Schoß und ließ sich richtig schön durchknuddeln. Von da an ließ er sich problemlos von mir anfassen. Als ich mittags nach hause kam, schielte er im Flur um die Ecke. Ich rief ihn, er kam und ließ sich streicheln. Sogar meine Wohnung befand sich noch im Originalzustand: Sehr gut :) Draußen übte ich mit Hilfe von Futter das Abrufen. Ein Saarloos lässt sich nicht erziehen wie jeder andere Hund, halbwegs abrufbar wollte ich ihn aber haben.

23.05.2012: Ich traf meinen Nachbar im gemeinsamen Hausflur, wir unterhielten uns und ich habe die Wohnungstür aufgemacht. Nunu stand im Flur und schielte um die Ecke - wie am ersten Tag, als ich kam. Ich ging in die Wohnung und rief ihn. Entgegen meiner Erwartung kam er sogar zu mir, um sich direkt hinter mir zu verstecken. Das war ein toller Vertrauensbeweis! Allgemein klappte alles gut. Beim Streicheln habe ich immer wieder die Handbewegung gemacht, als wenn ich ihn anleinen will. Anfangs zeigte er Meideverhalten, es gab aber nie Anstalten mich zu beißen. So nahm ich mir vor, am nächsten Tag die erste gemeinsame Runde zu laufen.

24.05.2012: Wie vorgenommen ging ich mit Nunu zum ersten Mal spazieren - Piwi und Lilou kamen natürlich mit. Die drei sollten ein Rudel bilden und so wollte ich sie nicht trennen. Das "echte Anleinen" verlief genau so problemlos wie meine Simulationen, also ging es los. Ich ging zuerst durch die Tür. Draußen schoss er an mir vorbei und zog an der Leine, dass es mich fast von den Beinen riss: Das ging so natürlich nicht! Zum einen hätte es mir auf Dauer den Arm ausgeleihert, zum anderen stand sein kompletter Körper unter Anspannung und Stress. Ich fasste seine Leine immer kürzer, bis er auf meiner Höhe war und schob mich einfach vor ihn und ging los. Direkt kam ein Versuch mich wieder zu überholen, das verhinderte ich, indem ich mich ihm in den Weg stellte. Binnen Sekunden entspannte er. Es gab im Verlauf des Spaziergangs ein paar wenige, sehr vorsichtige Versuche von ihm, mich erneut zu überholen. Diese Versuche habe ich im Keim schon erstickt, so konnten wir in Ruhe eine große Runde laufen. Entgegenkommende Hunde ignorierte er: Perfekt! Dieser Spaziergang untermauerte eine Vermutung von mir: Anouk ist nicht böse - er braucht einfach nur Führung, Sicherheit und eine Person, der er vertrauen kann und die für ihn Dinge regelt. Ich habe in Dortmund mitbekommen, wie er dort behandelt wurde. Es wurde schlicht zugelassen, dass er Verantwortung trägt und damit war er überfordert...

26.05.2012: Super Wetter: Das schreit förmlich nach einem Badeausflug! Ich kenne eine Kiesgrube, die nicht so stark besucht ist und in der weit und breit Niemandsland ist. Dort traf ich mich mit meiner Schwester und ihrem Freund, natürlich hatte ich die Hunde im Gepäck... In der Kiesgrube leinte ich Anouk erstmals ab. Das Abrufen hatte ich mit ihm schon geübt und wenn es auch noch nicht zuverlässig war, er orientert sich an mir und so wagte ich es. Und auch das klappte. Er blieb in meiner Nähe. Da er direkt versuchte "unser Revier zu sichern" leinte ich ihn wieder an. An der Leine war er so entspannt, dass er zwischendurch sogar im Schatten eindöste. Gelegentlich lief ich ein Stück mit den dreien, dann ließ ich ihn wieder von der Leine. So hatte er die Möglichkeit mal richtig zu rennen und konnte an´s und in´s Wasser. Nach einiger Zeit unternahm meine Schwester einen Annäherungsversuch. Sie konnte ihn streicheln und er nahm sogar Futter von ihr. Als ihr Freund dies versuchte, sprang er direkt auf und wuffte (richtig bellen kann er nicht). So beließ er es bei dem einen Versuch. Anouk hatte kein Problem mit ihm, die beiden liefen sogar nebeneinander. Er wollte nur nicht von ihm angefasst werden und das war ok. Vor allem: Er hat gewarnt und nicht einfach zugeschnappt! Abends gab es das erste Mal kein Trockenfutter. Frischer, grob gewaschener Pansen! Eigentlich habe ich ihn ausschließlich aus der Hand gefüttert... sorry... aber das ging einfach nur aus dem Napf. Festgehalten hab ich ihn aber ;)

Anouk wird, wie die anderen beiden auch, auf "Barf" umgestellt. Zum einen, weil es einfach gesund ist und zum anderen, weil er Allergiker ist. Gucci war auch Allergiker, bei ihr gab es mit Frischfutter keinerlei Schwierigkeiten und ich hoffe, dass es bei Anouk auch so ist. Erstmal bekommt er das Gleiche wie die Kleinen. Sollte er Symptome zeigen, wird eine Ausschlussdiät gemacht.

28.05.2012: Oma besuchen! Meine Oma freut sich über jeden Besuch, auch über die Fellschnuten. Anouk bewegt sich mittlerweile recht selbstsicher, eine fremde Frau sollte ihn nicht aus der Bahn werfen. Oma bekam Anweisung ihn nicht anzufassen, ich hab mich mit Kaffee und Kuchen vollstopfen lassen, Piwi und Lilou mit Hundekuchen, Nunu lag seelenruhig unter´m Tisch. Er war echt entspannt, allerdings war außer einer fremden Person bei Oma auch echt nichts los... Also ab zum Stall, so haben wir Bel ami auch noch besucht. Eigentlich wollte ich den Pferde-Opi bei der Gelegenheit auch eben raus holen und putzen. Anouk war aber relativ angespannt, so hab ich es bei netten Gesprächen belassen. Große Tiere, spielende Kinder und viele fremde Menschen... das war zu viel. Ich habe mich immer etwas abseits mit den Hunden hingestellt, dass nicht ständig Fremde um uns herumwuseln oder ich nicht schnell genug mitbekomme, dass er plötzlich doch angefasst wird, sich erschreckt und beißt. Die Rute hing nicht so schön entspannt, wie es sein sollte und er war sehr guckig, aber er war weder am hecheln noch besonders schreckhaft. Dennoch hielt ich mich dort nicht lange auf - provozieren will ich schließlich nichts!

Anouk hat etwas Durchfall. Angesichts der Futterumstellung aber nichts Außergewöhnliches. Rohes Fleisch wird ganz anders verdaut als Fertigfutter. Es wird viel mehr Magensäure benötigt. Bis sich das "eingefahren" hat, kann es schonmal etwas Durchfall geben.

28.06.2012: Anouk hat sich toll eingelebt und sich an den Tagesablauft gewöhnt. Ich trainiere das Abrufen viel mit ihm und es klappt sogar ziemlich gut. Nachdem er vor einer Woche von Piwi eins auf die Nase bekommen hat verstehen sich auch die beiden gut - mit Lilou ist er ohnehin ganz dicke. Zudem scheint er sogar eine Unart abzulegen: Wenn man mit anderen zusammen läuft und sich dann die Wege trennen, weigert Anouk sich weiter zu gehen. Vergangenen Dienstag lief er erstmals anstandslos mit mir zum Auto, nachdem wir gemeinsam mit einer Bekannten und deren Hund spazieren waren.

Das Futter verträgt er auch gut. Er frisst mit Freude und der Durchfall war innerhalb weniger Tage komplett weg - kam bis Heute auch nicht wieder.

Seit Sonntag hat meine Wohnung Türklinken-to-go: Da er, egal was man macht, jede Tür aufbekommt und das gerade in der Küche nicht immer witzig war, habe ich kurzerhand die Klinken abgebaut, sodass ich sie bei Bedarf draufstecken muss.

11.08.2012: Der Alltag klappt super. Anouk weiß genau, wann was passiert, ist absolut entspannt und vertraut mir mittlerweile nahezu grenzenlos. Ich darf ihn überall anfassen, er lässt sich von mir bürsten, abtrocknen und durchknuddeln. Ich nehme abends öfters Nachbarskinder mit zur Gassi-Runde, auch das klappt gut. An einige Besucher, die öfters bei mir sind, hat er sich ebenfalls gut gewöhnt.

Nunu

Meine Türklinke-to-go hat nicht lange ihren Zweck erfüllt. Nach wenigen Tagen stand die Küchentür wieder regelmäßig auf. Zunächst dachte ich, ich hätte sie nicht richitg geschlossen und habe es hinterher mehrmals kontrolliert. Sie war definitiv zu, als ich ging und stand auf, wenn ich kam. Ich habe zwei Wochen gebraucht um herauszufinden, wie er das macht. Meine Versuche Kameras aufzustellen waren erfolglos: Filmmaterial über mehrere Stunden "weiße Tür mit ohne Klinke" brachten natürlich keinen Aufschluss. Ich bin aus sämtlichen Winkeln gegen die Tür gesprungen, habe dagegen getreten... sie blieb zu. Eines nachts wurde ich dann von einem Geräusch geweckt das so klang, als würde er an der Tür buddeln. Das habe ich dann auch versucht und nicht schlecht gestaunt, als sie aufsprang.

Auch sonst kann ich über Langeweile nicht klagen. Ich habe vor zwei Wochen Donnerstag einen Anruf von meinem Nachbarn im Büro erhalten. Er wollte mir nur eben sagen, dass Piwi und Lilou bei denen wären. "Der Große" wäre gerade in meiner Garage und würde sich an den dort zwischengelagerten Gelben Säcken vergreifen. Ich bin nach hause gedüst... Dort angekommen kamen mir die Nachbarn schon entgegen. Die Kleinen wären wieder in der Wohnung, die haben sich reinschicken lassen. Das mit den Gelben Säcken haben sie leider nicht verhindern können. Wie ich in die Wohnung kam standen alle drei im Flur, die Terrassentür stand auf und Anouk jammerte direkt los als wolle er sagen: "Es ist was passiert aber ich konnte es nicht verhindern!" Naja, bis auf die Tatsache, dass in meiner Wohnung viel Müll zu finden war, den ich schonmal raus gebraucht hatte, war ja nichts passiert...

Einen Tag später kam ich Heim und der Herd war an. Der Dunstabzug war schon gut aufgeheizt - Glück, dass nichts auf der Platte stand. Mittlerweile verriegel und verrammel ich die Wohnung, wenn ich fahre und nehme die Hauptsicherung raus.

Gestern hat er die Friteuse im Schrank gefunden. Ca. 5 Liter Frittieröl verteilt in der Küche mit öligen Spuren lang durch die Bude machen Spaß, wenn man nach einem Arbeitstag nach Hause kommt... Aber: Ich habe gewusst, was ich mir da ins Haus hole. Hybriden sind selbstständig und intelligent. Zudem lassen sie sich nicht erziehen, wie ein "normaler" Hund. Und da er mir nichts kaputt macht, beschwere ich mich auch garnicht.

Von anderen Saarloos-Haltern habe ich schon ganz andere Dinge gehört. Anouk macht hier zwar viel Dreck und Rummel, aber er zerstört nichts und ist sonst lieb, wenn ich nicht da bin. Das ist bei dieser Rasse nicht selbstverständlich! Ich habe, was meine Hunde angeht, echt eine Engelsgeduld. Aber sogar ich muss mich manchmal zusammenreißen. Von daher möchte ich an dieser Stelle einfach mal warnen: Wer einen Hybriden aufnehmen möchte, sollte sich bewusst sein, was das bedeutet. Viele können garnicht alleine bleiben, zerfetzen die Einrichtung, können nicht von der Leine gelassen werden und machen ohnehin, was sie wollen. Diese Hunde sind somit echt nichts für schwache Nerven oder Hunde-Ersthalter!!

Anouk

23.04.2013: Fast ein Jahr ist Anouk nun bei mir und ich bin froh, ihn hier zu haben. Wenn ich ihn ableine kommt er auf Ruf, bewegt sich aber selten überhaupt weit von mir weg. Das Küchenverbot akzeptiert er, so lange ich in der Nähe bin. Mit Piwi und Lilou verträgt er sich super. Und was mich am meisten freut: Er lässt sich Dinge abnehmen, auch Fressbares. Der Kollege klaut wie eine Elster, das ist bei ihm nunmal so. Leider schaffe ich es nicht immer daran zu denken und leider bekommt er so auch gerne mal Dinge zu packen, die nicht ungefährlich sind. Wir tauschen nun immer. Er bekommt ein Leckerchen, ich meine Kekse :) Klappt super. Anfangs hat er geknurrt, sobald meine Hand in Richtung "seiner Beute" ging. Mittlerweile guckt er nur noch erwartungsvoll, was ich denn im Gegenzug zu bieten hab.

Zudem fasst er zu Fremden recht schnell Vertrauen (so lange diese ihn nicht bedrängen). Innerhalb von 15 Minuten lässt er sich in der Regel von Besuch durchknuddeln. Alles in allem ist er nun recht unkompliziert. Er lässt sich auf seinen Platz schicken, läuft super an der Leine und ist einfach immer irgendwie glücklich und gut gelaunt. Wenn ich an die ersten Tage oder Wochen zurückdenke, habe ich gerade einen anderen Hund neben mir liegen: Völlig entspannt und dankbar.

Anouk ging am 02.01.2014 über die Regenbogenbrücke - run free...

Von keinem Hund durfte ich so viel lernen wie von ihm.

 

JUMPER

 

Im Mai 2013 zog ich zusammen mit Piwi, Lilou und Anouk nach Wietmarschen-Schwartenpohl, um dort das alte Tierheim wieder zum Leben zu erwecken. Am 03. Juli war ich mit dem Auto unterwegs, als ich einen Anruf erhielt, dass Leute mit einem Hund am Tierheim stehen, der Hund abgegeben werden sollte und ich mir das Tier mal ansehen sollte. Die Anlage für die Hunde war noch nicht fertig, an die Aufnahme also nicht zu denken... Ich sah mir den Hund dennoch an und war geschockt: Ein Münsterländer-Deutsch Kurzhaar-Mix stand da, völlig abgemagert (26kg) und bellte ununterbrochen. Ich lief ein Stück mit dem Hund (oder besser er mit mir...). Obwohl er im Dreieck sprang und das reinste Nervenbündel war: Er war mir sympathisch. Die Leute guckten mich verzweifelt an und sagten, dass sie nicht wüssten, was sie mit ihm machen sollten. Sie selbst hatten ihn erst drei Wochen, zuvor war er Monate lang in einem Keller eingesperrt. Ich entschied zu gucken, wie er mit meinen dreien auskommt und falls das harmoniert, würde ich ihn privat nehmen, aufpäppeln und weitervermitteln. Es harmonierte, ich nahm ihn privat auf und er wird bleiben ;) Ich habe ihn "Jumper" getauft - dieser Name ist bei ihm echt Programm.

 

Lilou Anouk Piwi Jumper

So nahm das Schicksal seinen Lauf. Jumper raubte mir die ersten Tage einige Nerven. Er rannte und bellte ununterbrochen. Während ich die Katzen im Tierheim versorgte oder andere Dinge erledigte band ich ihn an einer langen Leine auf dem Hof an. Ihn in der Wohnung zu lassen wäre für uns beide Folter gewesen: Für ihn das Eingeperrtsein, für mich hinterher das Putzen... Wenn er angebunden war bellte er. Dann hörte man kurz nichts und dann stand er immer wieder hinter mir. Mir wurde gesagt, dass man ihn nicht von der Leine lassen kann, da er sofort über alle Berge wäre. Nun ließ ich es einfach mal drauf ankommen. Er ist nicht weggelaufen... Eher im Gegenteil: Er behielt mich immer im Auge.

 

Jumper

Mittlerweile ist November, er wiegt jetzt 33kg. Jumper kann kurze Zeit alleine bleiben. Anfangs wollte er sogar mit mir unter die Dusche... Er läuft den ganzen Tag ohne Leine hier rum, ist immer in meiner Nähe oder dreht ne Ehrenrunde über nen Acker, kommt aber auf Pfiff zurück. Anfangs war es mit Anouk etwas schwierig und die beiden gerieten schnell mal aneinander (Jumper ist auch ein Rüde, aber nicht kastriert). Ursprünglich war mein Plan, ihm einen Hormonchip setzen zu lassen, da Piwi und Lilou auch nicht kastriert sind. Lilou durchkreuzte meine Pläne und wurde bereits Ende September läufig anstatt November, worauf eigentlich immer Verlass war. Nunja, wir haben es überstanden. Nach fünf Tagen hat Jumper akzeptiert, dass er nicht darf - alle Hunde haben mit im Schlafzimmer geschlafen. Den Chip werden wir uns also sparen, unters Messer legen wollte ich ihn ohnehin nicht. Er hat nach wie vor Temperament, kommt aber zur Ruhe, wenn nichts los ist. Das Alleinebleiben müssen wir weiter üben, aber es geht in kleinen Schritten voran.

 

August 2015: Im Alltag ist Jumper mittlerweile sehr angenehm. Anfangs gab es das Problem, dass er Besucher stellte, teils garnicht in die Wohnung lassen wollte. Das neue Problem besteht darin, dass er Besucher nahezu nötigt ihn zu streicheln. Generell ist er etwas ruhiger geworden, wenn auch noch lange keine Schlaftablette. Man kann ihn aber gut mitnehmen, fremde Orte und Situationen bringen ihn nicht mehr aus der Fassung.

 

Im Oktober 2015 musste ich mich schweren Herzens von Jumper trennen. Ich wurde Mutter und der Alltag mit Baby und Hund hätte nicht funktioniert, zudem konnte ich Jumper einfach nicht zu 100% vertrauen. Ein hundeerfahrenes Paar nahm ihn auf. Leider lief er kurz vor Ostern 2016 auf einem Feld einem Hasen nach und geriet unter das Güllefass eines Treckers. R.I.P., Spacko...